Krimineller Chirurg und Uniprof.: Lehrstück
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,683179,00.html
Schwerkranke Patienten hat er zu Geldspenden genötigt - nun wurde der einstige Chefarzt des Essener Universitätsklinikums, der Starchirurg Christoph Broelsch, zu drei Jahren Haft verurteilt. Wegen Bestechlichkeit, Nötigung, Betrugs und Steuerhinterziehung.
Essen - Als stellenweise "absolut unerträglich" bezeichneten die Richter das Verhalten des Angeklagten in der Urteilsbegründung. Das Essener Landgericht verurteilte den ehemaligen Chefarzt des Universitätsklinikums, Christoph Broelsch, am Freitag wegen Bestechlichkeit, Nötigung, Betrugs und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft.
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Zwischen 2002 und 2007 habe der Transplantationsmediziner unter anderem von 30 todkranken Krebspatienten Zahlungen an die Uniklinik Essen gefordert. Nur dann hätten die Patienten damit rechnen können, frühzeitig und vor allem durch ihn persönlich behandelt zu werden.
"Bei den 'Spenden' handelte es sich nicht um freiwillige Leistungen aus Dankbarkeit. Es waren vielmehr ultimative Geldforderungen für eine Operation", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Schmidt in der Urteilsbegründung. Mit dem Geld habe der Angeklagte sein Forschungskonto aufbessern wollen, seine Forschungs- und Arbeitsbedingungen seien dadurch verbessert worden.
Einem Patienten soll der Professor dabei klar gemacht haben: "Ich brauche die Knete aber vor der Operation." In einem anderen Fall soll sich Broelsch bereit erklärt haben, die Spende von 10.000 Euro in zwei Raten zu teilen. Dabei soll er gesagt haben, die zweiten 5000 Euro würden aber auch dann fällig, "wenn der Patient auf dem Tisch bleibt".
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