Ostdeutschland: Muttersprache Deutsch reicht als Qualifikation !
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Neubrandenburg/Greifswald Nachts in der Notfallaufnahme kämpft eine junge Frau gegen höllische Rückenschmerzen und die blanke Wut. Sie kann dem Arzt ihr Problem nicht verständlich machen. "Er sprach kaum Deutsch", schildert sie. "Ein Gespräch war beim besten Willen nicht möglich." Erleichterung, als der Mediziner die Schwangere endlich in die Gynäkologische Klinik schickt. Dort sieht sich die Frau einer Afrikanerin gegenüber. Ein Fall in einem großen Krankenhaus des Landes. Kein Einzelfall. Ärzte sind zum Importschlager geworden - gefragt, doch nicht unumstritten.
Parchim sucht eine Handvoll, Schwerin mehr als das Dreifache, Greifswald braucht gut 20, Neubrandenburg beinahe 30 - Mediziner sind gefragt und finden derzeit lukrative Stellenangebote zu Genüge im Land. In den Krankenhäusern grassiert das Virus Ärztemangel. Ihn zu kurieren, kommt Hilfe von außen. Also wird?s bunter unterm Weiß. Ein Problem beseitigt, ein anderes geschaffen? Mal klagen Patienten, dass sie den Doktor gar nicht verstehen. Mal können sie seinen Namen nicht aussprechen. Mal bittet der Chefarzt, dass die Muslima im Landkrankenhaus doch besser ohne Kopftuch zum Dienst erscheinen möge. Mal muss sich die Krankenschwester gegen einen zugereisten Vorgesetzten durchsetzen, der die Gleichstellung der Frau für ein Märchen aus 1001 Nacht hält.
Doch Klinikbetreiber stimmen überein: Ohne Hilfe aus dem Ausland geht es nicht mehr. Wehmütig erinnert man sich in den Chefetagen landauf, landab an Zeiten vor zehn, 15 Jahren, die aus heutiger Sicht mit dem Superlativ "Ärzteschwemme" versehen werden. Initiativ-Bewerbungen - seinerzeit ein beliebter Türöffner für frisch approbierte junge Ärzte - hat Prof. Dr. Marek Zygmunt, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Greifswald, seit Jahren nicht gesehen. Derzeit sind in seinem Haus 23 Arztstellen unbesetzt, vier Prozent. Und das, obwohl eine Uniklinik am dichtesten an der Quelle für den Berufsnachwuchs sitzt und sich Greifswald rühmen kann, nach der Charité in Berlin der beliebteste Ausbildungsstandort für Mediziner deutschlandweit zu sein. Zwei, drei Jahre in Folge habe die Zahl der Bewerber die 2000 übertroffen, sagt Marek Zygmunt. Zum Vergleich: 1990 kamen 90 Interessenten auf 140 Plätze.
Studenten kommen, Absolventen gehen. Ein Erklärungsversuch des Klinikdirektors: "Die Attraktivität der Ausbildung hat Priorität, die Attraktivität der Arbeit hält sich in Grenzen." Letzteres gelte insbesondere im Osten des Landes und außerhalb der Ballungszentren.
Wobei es dabei auch Ausnahmen gibt. Aus dem Krankenhaus Wolgast heißt es erstaunlicherweise: Personalprobleme unbekannt. Was sicherlich hauptsächlich mit den Reizen der benachbarten Insel Usedom zu tun haben dürfte, vielleicht aber auch ein wenig damit, dass die Arbeitsbedingungen stimmen. Wer Leute halten will, muss auch etwas dafür tun, lautet das Credo der Führungsspitze.
Denn meist sind es unbefriedigende Arbeitsbedingungen, die einheimische Mediziner in die Ferne treiben: Skandinavien, England, Frankreich verheißen deutschen Ärzten mehr Geld für weniger Arbeit. Der Blick der Klinikbetreiber hierzulande richtet sich daher vor allem gen Osten. Marek Zygmunt, der selbst aus Polen stammt, weiß von gezielten Stellenanzeigen deutscher Krankenhäuser in polnischen Ärzteblättern. Polnischen Ärzten erscheint die Arbeit in Deutschland interessant. Im brandenburgischen Schwedt an der Oder, so sagt der Greifswalder Professor, gebe es mittlerweile gar eine Abteilung, die fast ausschließlich von polnischen Kollegen geführt werde.
Sprachbarrieren? Die können natürlich vorkommen, seien indes bei Polen, die häufig schon in der Schule Deutsch lernen, überwindbar. Bisweilen führt die Personalnot aber auf gewagte Wege, wie Marek Zygmunt einräumt. Er kennt Beispiele, in denen Personalchefs "durch die Blume gesprochen" nicht den geringsten Wert auf Sprachkenntnisse legten, sofern nur die formalen Voraussetzungen für den Beruf halbwegs stimmen. "Das darf es natürlich nicht sein."
Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg verlangt von fremdsprachigen Bewerbern den Nachweis einer Sprachprüfung den Kriterien des Goethe-Instituts entsprechend. Dabei handelt es sich nach Auskunft des stellvertretenden ärztlichen Direktors, Dr. Jens-Peter Keil, um einen "berufsspezifischen Sprachabschluss". Ein Mediziner von außerhalb der EU müsse zudem ein Anerkennungsjahr absolvieren und einzelne Prüfungen vor der hiesigen Ärztekammer ablegen.
Aus Sicht von Dr. Keil hat der Arztberuf in Deutschland viel Attraktivität eingebüßt. Eine als nicht leistungsgerecht empfundene Entlohnung, wachsende Bürokratie und die große zeitliche Belastung durch Dienste tragen dazu bei - außer- wie innerhalb des Krankenhauses. Einerseits wandern Ärzte aus oder in den Kurbetrieb ab, andererseits steigt der Personalbedarf im stationären Bereich: Anfang der 90er-Jahre hatte Neubrandenburg 172 ärztliche Stellen, heute sind es 320.
Gegenwärtig beschäftigt das Klinikum 58 ausländische Ärztinnen und Ärzte, 31 polnischer Nationalität, andere stammen aus Tschechien, Bulgarien, Rumänien, ein halbes Dutzend aus Syrien. 26 Stellen sind offen, insbesondere für die Intensivmedizin und die Anästhesie fehlt Personal. "Etwa die Hälfte der Bewerbungen kommt erfahrungsgemäß aus dem Ausland", sagt Gudrun Wegner, Geschäftsführerin der evangelischen Krankenhausbetriebsgesellschaft. "Wir sind froh, dass wir die gut ausgebildeten Kollegen aus dem Ausland haben." Ab und an, so räumt sie ein, monieren Patienten Probleme mit der Verständigung. Allerdings weit weniger als es außerhalb der Klinik den Anschein hat. "Solchen Fällen gehen wir nach, um Abhilfe zu schaffen."
Nicht alle Krankenhäuser gehen so offen mit der Problematik um. Von der Uniklinik Rostock beispielsweise gab es mehrfachen Nachfragen zum Trotz keine Auskunft. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass auch im größten Universitätsklinikum des Landes schon Operationen verschoben wurden, weil Mediziner fehlten.
Längere Wartezeiten auf Operationstermine lassen sich auch am Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg bisweilen nicht vermeiden. "Allerdings setzen wir viel daran, dass die Patienten von den Engpässen so wenig wie möglich zu spüren bekommen", betont Jens-Peter Keil. An diesem Ziel wirken Leihärzte auf Honorarbasis oder niedergelassene Kollegen mit. Gemeinsame Mühe soll das Virus Ärztemangel im Zaum halten.
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Ostdeutschland ist bereits für seinen Mangel an ÄrztInnen bekannt.
Die Lebensumstände in der ehemaligen DDR sind manchmal nicht auszuhalten. Anders aussehende Menschen (z.B. mit dunklem Haar) werden oft schikaniert oder im schlimmsten Fall körperlich angegriffen.
Die Ablehnung gegenüber "Wessis" (auch Österreicher
) ist noch immer stark und die Ostdeutschen flüchten in andere Länder oder nach Westdeutschland.
Man trifft auf aussterbende Regionen. Traurig traurig... oder auch nicht.

Hey Gibbon... zuerst dachte ich, dass du nur herumnörgelst, aber ich las einiges von dir und bin nun der Meinung, dass du echt die Ahnung hast.
lg
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http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11541496/61299/Krankenhau...
NEURUPPIN - Der Rücktritt der Chefärzte Dieter Nürnberg und Reinhard Weber-Steinbach von ihren Posten als Ärztliche Direktoren soll nichts mit dem Mangel an Fach- und Stationsärzten in den Ruppiner Kliniken zu tun haben. Das versicherte gestern Landrat Christian Gilde (SPD) als Aufsichtsvorsitzender der Kliniken.
Nö, natürlich nicht.........
Bis eine neue Struktur gefunden ist, soll Thomas Buthut, der einzig verbliebene Ärztliche Direktor, vorübergehend auch für die anderen Bereiche zuständig sein. Buthut ist bislang Chef des operativen Zentrums. Nun steht der Arzt ebenfalls dem medizinischen Zentrum vor, das bisher von Nürnberg geleitet wurde, sowie dem psychiatrischem Zentrum.
Chefarztmangel auf gut ostdeutsch......Unfaßbar !